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Das Schloss zur Zeit der Fürstpröbste von Berchtesgaden

"Wasen", vom althochdeutschen Wort "waso", bedeutet nicht nur Grasboden, sondern auch Moorboden. Laut einem Beleg von 1606 wurde das aus dem Kloster entstandene Schloss "zum Wasen" genannt. Das Kloster an der Isen wird zwischen den Jahren 871 und 875 letztmals erwähnt. Auch zu Wasentegernbach saß von Haus aus so eine alte, "turnierfähige" Familie, die von Anfang an in den Genuss der Hofmarksherrlichkeit gekommen ist. Etwa um 1104 - 1122 sind erstmals die "Edlen von Wasentegernbach" belegt. Besonders bekannt waren Wolfram von Tegernbach und seine Gemahlin Emma von Vohburg, die 1140, zusammen mit ihren Kindern, das Kloster Raitenhaslach stifteten. Laut mündlicher Überlieferung soll einmal ein unterirdischer Gang das Schloss Wasentegernbach mit der Raubritterburg zu Rottenbuch verbunden haben. 1368 wird ein Hans Pochauer als Besitzer von Tegernbach genannt, der die "Veste" vermutlich erbte und diese kurz darauf an Georg den Fraunberger von Prunn mit allem Zubehör veräußerte. Solch große Besitzungen wechselten zu der Zeit recht häufig den Besitzer. So kam es, dass bereits 1392 wieder neue Herren auf Wasentegernbach einzogen. Erasmus von Laiming zu Amerang, auch Erasmus der Laiminger genannt, kaufte nun die Hofmark und stiftete ein Benefiztum. Die Laiminger waren ein einflussreiches Adelsgeschlecht.

Ein Sebastian von Laiming und ein Degenhart Pfeffinger von Salmannskirchen nahmen mit dem jungen Kurfürsten Friedrich den Weisen von Sachsen auf dessen "Heilig-Land-Fahrt" teil. Diese Laiminger hatten auch im Rottal Besitzungen und waren mit vielen hochadligen Familien verwandt. Nun begann eine Zeit des Glanzes für den verträumten Ort an der Isen. Die Wasentegernbacher Burgherren führten nunmehr den Titel eines Grafen. Höfisches Treiben und rauschende Feste waren bezeichnend für diese Zeit. Sie saßen beinahe zweihundert Jahre zu Wasentegernbach und bauten hier auch ein recht ansehnliches Schloss mit fünf Kuppeltürmen, einer Schlosskapelle und mehreren Sölden (Badersöldn, Göschlsöldn, Hörlsöldn). Nicht ohne Stolz wird auf die Verwandtschaft mit dem englischen Königshaus hingewiesen, denn eine Laimingerin war die Mutter der Queen Victoria. 1424 starb Erasmus von Laiming. Ihm folgte sein gleichnamiger Sohn Erasmus II. Dessen Erbe, Sohn Hans (1444-1475), starb kinderlos. Ihm folgten von 1475 - 1520 Neffe Erasmus III., und dem wiederum von 1520 - 1568 dessen Sohn Achatz. Achatz war ein Anhänger Martin Luthers und führte in Wasentegernbach den reformierten Glauben ein. Darauf wurde er gefangen genommen, nach öffentlicher Abbitte vom Herzog jedoch freigelassen. In der Hofmark wurde die alte Religion wieder eingeführt.

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Das Schloss heute (2006)

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Nach Achatz´s Tod übernahm dessen Sohn Aham 1568 den Besitz. Er war ebenfalls dem neuen Glauben zugetan. Darum verkaufte er 1582 seinen gesamten Besitz in Wasentegernbach, einschließlich Land und Leute, an den Fürstprobst von Berchtesgaden. Mit dem Verkauf endet auch die Glanzperiode von Wasentegernbach. Der gewaltige vierstöckige, von der Isen umflossene Schlossbau war nun mit lediglich einem Verwalter eines Fürststifts besetzt. "Reichsfürstpröpstlich-berchtesgadnerisch" ist Wasentegernbach über 300 Jahre lang geblieben, bis zur Säkularisation der Augustiner-Chorherren-Probstei. Man vergleiche nur die Wappen von Wasentegernbach und Berchtesgaden! Da der Fürstprobst von Berchtesgaden meist der Bischof von Freising war, wurde Wasentegernbach oft zusammen mit den bischöflich-freisingischen Besitzungen zu Kalling und Isen gemeinsam verwaltet. In Isen saß der fürstbischöflich-freisingische Pfleger. An der Spitze der dem Land Bayern unterstehenden bischöflichen bzw. fürstpröbstlichen Besitzungen stand ein weltlicher Verwalter, ein Jurist, der Herr Amtmann. Dieser logierte meist im Schloss zu Wasentegernbach. Die meisten Amtsgeschäfte konnten hier im Ort getätigt werden: alle Notariats- und Protokollierungsgeschäfte, kleine Gerichtssachen, Abgaben und Steuern, Heiratslizenzen und dergleichen. War man aber mit dem Spruch des Herrn Amtmann nicht zufrieden, musste man sich an die fürstpröbstliche Kammer in

Berchtesgaden wenden oder in reinen Gerichtssachen an das kurfürstliche Landgericht in Dorfen, in wieder anderen Angelegenheiten an den Pfleger nach Burgrain. Im Zuge der Säkularisation fiel die Berchtesgadener Hofmark Wasentegernbach 1803 an das Land Bayern. Danach wurden die dem Hl. Georg geweihte Schlosskapelle sowie Teile des Schlosses abgetragen und zusammen mit dem Grund an die Bauern des Ortes und der Umgebung verkauft. Von dem ehemaligen stolzen Wasserschloss sind heute noch Reste mit dem dreigeschossigen Schlossbauernanwesen "beim G`Schloss" und "Stadlbauern" erhalten. Die geschichtsträchtige Halbinsel ist zwar noch wasserumflossen, aber nicht mehr allein von der Isen.
 


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